3 Tipps gegen Stimmungsschwankungen vor der Periode

Es gibt Tage, da fühlen wir uns super und haben das Gefühl, dass wir alles erreichen können. Und dann gibt es diese anderen Tage: an denen wir nur noch an uns selbst zweifeln, auf alles hochsensibel reagieren und unsere Stimmung selbst noch kaum ertragen. Im Fachbereich würde man dies als eine typische Beschwerde von PMS kategorisieren. Doch was ist PMS überhaupt und was können wir aktiv gegen diese Stimmungsschwankungen unternehmen? Dieser Beitrag soll dir drei hilfreiche Tipps gegen Stimmungsschwankungen vor der Periode die Hand geben.

Was ist überhaupt PMS? Als PMS (prämenstruelles Syndrom) werden verschiedene Beschwerden zusammengefasst, die nach dem Eisprung und vor der Menstruation auftreten. In den meisten Fällen verschwinden diese mit Beginn der Periode wieder. Doch schaut man sich die Liste der Symptome an, wird einem schnell klar, dass es viel mehr als Sammlung für unterschiedlichste Beschwerden in diesem Zeitraum gehandhabt wird. Das Problem ist, dass die Ursachen für PMS zwar erforscht werden, aber wir noch lang keine Antwort haben. In die Liste der PMS Symptome fallen aktuell 150 verschiedene Beschwerden. Darunter Brustspannen, Übelkeit, Hitzewallungen, Aggression, Traurigkeit, Pickel und und und. Stimmungsschwankungen sind laut PMS Diagnostik also nur ein Bruchteil der möglichen Beschwerden. Wir schauen uns das mal genauer an und versuchen aufzuklären, was unsere Stimmung in der zweiten Zyklushälfte beeinflusst.

Was sagen Studien? In einer Großstudie wurde belegt, dass bei Frauen häufiger eine „Depression“ diagnostiziert und mit Antidepressiva behandelt wurde nachdem sie mit der Pilleneinnahme begonnen hatten. Bei dieser Studie (die knapp eine Millionen Frauen über 13 Jahre lang begleitete) kam ebenfalls heraus, dass Frauen die eine Kombi-Pille aus Östrogen und Progestin eingenommen hatten häufiger Antidepressiva verschrieben bekamen als andere.

Innerhalb derselben Studie wurde festgestellt, dass Mädchen, die bereits in jungen Jahren hormonelle Verhütungsmittel einnahmen, 80% häufiger unter Depressionen litten als ohne Pille. Die ersten Monate nach Beginn mit der Pille bestand sogar ein erhöhtes Selbstmordrisiko. Es handelte sich dabei nicht nur um die Pille sondern um jegliche hormonelle Verhütungsmittel wie bspw. Hormonpflaster, NuvaRing oder Hormonspirale. Doch was sind die Ursachen unserer Stimmungsschwankungen?

Vermutet wird, dass die Ursache für unsere Stimmungsveränderung an Hormonschwankungen lieg. Und zwar genau genommen die Veränderung und das Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron. Konkret vermindert sich nämlich die Ausschüttung von Östrogen, während gleichzeitig die Progesteron-Produktion (Gelbkörperhormon) einsetzt.

Des Weiteren soll auch der Botenstoff Serotonin eine wichtige Rolle spielen. Man konnte nachweisen, dass der Serotoninspiegel und die Endorphine in der zweiten Zyklushälfte sinken. 

In weiteren Studien wird deutlich, dass unser Lebensstil mit einer Veränderung der Stimmung in der zweiten Zyklushälfte zutun haben kann. Die Ernährung, Bewegung und der Einfluss von Stress können somit eine Teilschuld unseren PMS-typischen Beschwerden haben. Diese können insbesondere durch einen Mangel an Vitaminen oder durch Stress herbeigeführt oder zumindest begünstigt werden. Ungünstig kann sich beispielsweise der Genuss von Kaffee bzw. Koffein oder Nikotin auswirken; gleiches gilt für Schlafstörungen und Mangel an Bewegung.

Eine Studie der California University hat herausgefunden, dass PMS-Symptome wie z.B. Stimmungsschwankungen durch Entzündungen im Körper ausgelöst werden können. Gerade bei Entzündungen sollte man einen Fokus auf den Darm werfen, denn dort befinden sich 80% unseres Immunsystems. Dieses ist maßgeblich daran beteiligt, ob wir stark genug sind, uns gegen Viren und Bakterien zu wehren oder nicht. Ein gesunder Darm benötigt genügend Nähr- und Ballaststoffe um die Verdauung unserer Nahrungsmittel durchzuführen und die Nährstoffe zu verwerten. Dies kann nur durch ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen guten und schlechten Bakterien stattfinden. Bei den guten und wichtigen Bakterien handelt es sich um Laktobakterien, auch Probiotika genannt.

WAS KÖNNEN WIR ALSO GEGEN DIE STIMMUNGSSCHWANKUNGEN MACHEN?

TIPP 1: Da man nachweisen konnte, dass ein Zusammenhang zwischen Stimmungsschwankungen und Entzündungen besteht, sollte man darauf achten, dass man seinen Körper von den Entzündungen befreit. Das gelingt uns zum Einen nur, wenn wir wissen was die Auslöser für die Entzündungen sind. Besteht eventuell eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder eine Allergie? Diese können dauerhafte Entzündungen im Körper fördern. Es gibt zwei Dinge, die hervorragend gegen Entzündungen helfen: Kurkuma und Omega-3 Fettsäuren. Kurkuma lindert mit seinem Wirkstoff Kurkumin nachweislich Entzündungsherde im Körper und bietet wertvolle Nährstoffe. Ein Gleichgewicht zwischen Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren spielt ebenfalls eine wichtige Rolle wenn es um Entzündungen geht. Leider nehmen wir heutzutage zu viel der Omega-6 Fettsäuren zu uns und zu wenig Omega-3. Das können wir ändern, in dem wir mehr Leinöl, Olivenöl, Avocado und Lachs essen und weniger Butter, Schmalz, Wurstwaren oder frittierte Speisen zu uns nehmen. 

TIPP 2: Es gibt Nährstoffe, die einen maßgeblichen Einfluss auf unsere Stimmung haben können. Das sind z.B. Magnesium, Vitamin B6, Vitamin B12 und Vitamin C. Ein Mangel dieser Nährstoffe kann zu oxidativem Stress führen, welcher freie Radikale in unserem Körper auslöst. Diese wiederum greifen unsere eigenen Zellen an. Das kann unsere neurologische Gesundheit enorm stören. Gerade bei Frauen, welche die Pille einnehmen, stellt sich oftmals ein starker Nährstoffmangel ein. Ein Nährstofftest beim Hausarzt kann dabei helfen herauszufinden, ob man unter einem Mangel an Nährstoffe leidet. Sollte das der Fall sein kann man diese Mängel gezielt auffüllen. 

TIPP 3: Der Stimmungsmacher. Wie man wahrscheinlich schon gemerkt hat, sind wir große Fans von ätherischen Ölen. Sie haben durch ihre geballte Kraft der Pflanzenstoffe eine wunderbare Wirkung auf unser Nervensystem. Durch den Geruch und die Aufnahme über die Haut können ätherische Öle eine hervorragende Linderung gegen Stimmungsschwankungen bieten. Für unseren Stimmungsmacher haben wir und ganz bewusst die folgenden Pflanzen ausgesucht: Muskatellersalbei, Lavendel, Urzitrone und Bergamotte.

Muskatellersalbei hilft uns dabei den Hormonhaushalt zu regulieren. 

Lavendel beruhigt und wirkt positiv auf das Nervensystem. 

Urzitrone wurde schon damals verwendet um die Stimmung aufzuhellen. 

Und Bergamotte bringt gleich zwei Vorteile mit sich, sie entspannt uns auf körperlicher und seelischer Ebene und wirkt sogar entzündungshemmend auf den Körper. 

UNSERE LÖSUNG GEGEN STIMMUNGSSCHWANKUNGEN 

 

Als kleinen Abschluss-Tipp: Spürt man, dass sich bald eine Stimmungsveränderung anbahnt, sollte man sich so schnell wie möglich aus der Situation herausholen. Nehme ein beruhigendes Lavendelbad, schreibe Tagebuch oder gehe an die frische Luft. Bewegung kann in solchen Fällen enorm helfen oder versuche dich abzulenken. Nichts schlimmeres, als wenn man sich auf die Stimmungssituation einlässt und sich mit seinen negativen Gedanken hineinsteigert. 

 

Quellen: 

Kuhl, H. et al.: Sexualhormone und Psyche. Grundlagen, Symptomatik, Erkrankungen, Therapie. 1. Auflage. Stuttgart 2002.
Diedrich, K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. 2. Auflage. Heidelberg 2007.
Flemmer, A.: Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) natürlich behandeln. Hannover 2012.
https://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/fullarticle/2552796
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22494786
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19271419
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27135720